Gutscheinportale im Affiliate-Marketing – Mehr Fluch als Segen

Früher war alles besser. 😉 Wenn von Affiliate-Marketing die Rede war hat man an themenrelevante Seiten gedacht, die Banner und Links integrieren, um dafür eine gewisse Provision zubekommen. Eine klassische Win-Win Situation. Herrlich.

Affiliate-Netzwerke haben eine Fülle an Publishern. Mir scheint es, als wenn der Großteil der Umsätze jedoch über Gutscheinseiten und Cashback-Portale generiert wird. Unterstrichen wird dies durch viele Studien und Thesen: z.B.. Explido GmbH Mitte 2014: „Derzeit entfallen nach Marktschätzungen immer noch rund 80 Prozent der Umsätze in Deutschland für Publisher im Affiliate-Marketing auf zwei Modelle: Gutscheinseiten sowie Cashback- oder Loyalty-Portale.“

Kritikpunkte die man überall hört

  1. Gutscheinportale stehen eher am Ende der Customer Journey. Da häufig über „Last Cookie Wins“ abgerechnet wird, bekommen Sie Provisionen die normalerweise anderen Partnern gehören. Verlierer sind demnach Infoseiten, Blogs, etc. welche an früheren Punkten der Journey stehen.
  1. Wer kennt es nicht: Man sieht ein Gutscheinfeld während der Onlinebestellung, öffnet einen neuen Tab im Browser und sucht einen Code um nochmal ein paar Euro zu sparen. Zu diesem Zeitpunkt ist die Kaufentscheidung in der Regel schon gefallen. Gutscheinportale generieren somit keine zusätzlichen Umsätze sondern bekommen Provision für Buchungen, die ursprünglich über andere Kanäle gekommen sind.

Die Kritikpunkte sind sicherlich berechtigt. Aber da kann man den Gutscheinportalen keinen Vorwurf machen! Wirklich aufregen sollte man sich an dieser Stelle nicht (noch nicht). Firmen die Gutscheine zum Verkauf nutzen und ein Gutscheinfeld haben müssen damit rechnen, dass Kunden kurz vor dem Kauf nach Gutscheinen suchen. Auch das Last-Cookie Win Problem kann man theoretisch durch Attribution umgehen. Vielleicht macht Affiliate-Marketing dann auch den Content Seiten wieder mehr Spaß.

Was Gutscheinportale eigentlich so unsympathisch macht!

Für den Kunden macht es eigentlich Sinn eine Übersicht aktueller Gutscheine zu finden. Da haben Gutscheinportale durchaus Ihre Daseinsberechtigung. ABER: Liebe Gutscheinportale, dieser Vorteil für den Kunden ist euch gar nicht wichtig. Euch geht es nur um den Klick und das damit verbundene Setzen des Cookies, damit Ihr eure Provision bekommt.

  • So werden alte Gutscheine nicht entfernt
  • Es werden Aktionen aufgenommen von denen Ihr wisst, dass Sie keinen Vorteil bringen. Z.B. Versandkostenfreier Versand bei Shops die eh gratis Lieferung anbieten (siehe Bild unten)
  • Gratis Retouren die eh jeder bekommt
  • Ausloben hoher Rabatte die Kunden eh (ohne Gutscheincodes) bereits bekommen

Hier ein typisches Beispiel:

gutschein_gutscheinsammler1

Super! Ich kann bei Galeria Kaufhof gratis Versand bekommen. 🙂 Nachdem der Link mich auf die Kaufhof Startseite führt, muss ich aber feststellen, dass der Versand für mich doch nicht gratis ist. 🙁

Wenigstens hat gutscheinsammler.de einen Hinweis mit Einlösebedingungen. Das hat bei Weitem nicht jeder, auch wenn die Info versteckt ist.

gutschein_gutscheinsammler2

Die Kunden müssen nach Ihrer Suche feststellen, dass es am Ende doch keinen Code/ Vorteil gibt. Das ist euch aber egal, da Ihr irgendwie versucht über Clickbaiting Provisionen abzugreifen. Da hört für mich der Spaß auf. Am Ende verlieren alle:Advertiser, ehrliche Affiliate Partner, Kunden die Ihre Zeit opfern und natürlich das Affiliatemarketing an sich. Viele Gutscheinportale bieten keinen Mehrwert und sollten deshalb von Advertisern ausgeschlossen werden.

Liebe Affiliate Netzwerke und Agenturen. Bitte weist eure Kunden auf die Nachteile und Vorbehalte hin, die Gutscheinportale mit sich bringen. Natürlich wollt Ihr auch mitverdienen, aber bitte weist auf mögliche Gefahren hin, genauso wie Ihr auf Vorteile hinweist. Denn die Portale können einigen Partnern auch Vorteile bringen.

Neben Gutscheinportalen halte ich auch Postview basierte Remarketing Kampagnen die über Affiliate-Provisionen abgerechnet werden für suboptimal.  Hier werden ebenfalls viele Cookies gestreut, für Banner die am Ende vllt. gar nicht wahrgenommen wurden. Es wird für Sales vergütet, die ggf. eh gekommen wären. Zudem lassen sich die Kampagnen über CPO nur behäbig steuern. CPC Anpassungen sind hier deutlich direkter. Zum Thema Remarketing im Affiliate Marketing folgt zeitnah ein Artikel. 😉

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